
Der Westen der Insel
Sunset Coast
Die unbebaute Seite der Insel: Schutzgebiete, Salzwiesen, Kiesstrand statt Promenade. Abends geht die Sonne direkt im Wasser unter.
Der Westen der Inselhier wurde wenig gebaut
Die Westküste ist die Seite Fehmarns, auf der wenig gebaut wurde. Kein Ostseebad, keine Promenade, keine Ladenzeile. Stattdessen Deich, Salzwiesen, Kiesstrand und mehrere Schutzgebiete, die fast ineinander übergehen. Das bekannteste liegt gleich neben dem Platz: das NABU-Wasservogelreservat Wallnau, ein Gelände aus flachen Teichen, Schilf und feuchten Wiesen. Die Wasserstände dort sind nicht zufällig, sie werden reguliert, damit die Flächen im Frühjahr und Herbst genug Nahrung für durchziehende Vögel hergeben.
Durch den öffentlichen Teil führt ein Kilometer Erlebnispfad, an dessen Ende ein zehn Meter hoher Turm steht. Von oben überblickst du das ganze Gelände, und weil die Vögel den Turm gewohnt sind, fliegen sie nicht auf. Ein Fernglas lohnt sich. Die meisten bleiben deutlich länger, als sie vorhatten.


Das Meer vor der Küste ist Naturschutzgebietseit März 2026
Die Ostsee, auf die du hier abends schaust, heißt seit März 2026 „Ostseefläche westlich Fehmarn“ und ist eines von drei neuen Meeresschutzgebieten des Landes Schleswig-Holstein. Zusammen stehen damit 238 Quadratkilometer unter Schutz. Eines der drei Gebiete beginnt direkt vor unserem Strand.
Geschützt wird vor allem, was man von oben nicht sieht: das größte zusammenhängende Riff der schleswig-holsteinischen Ostsee, dazu Muschelbänke, Sandbänke und Seegraswiesen. Weil der Meeresboden hier über mehrere Kilometer sehr flach abfällt, überwintern vor der Westküste bis zu 30.000 Meeres- und Tauchenten. Die Eiderente auf dem Bild ist eine von ihnen: Im flachen Wasser kommt sie an die Muschelbänke, von denen sie lebt. Schweinswale jagen hier das ganze Jahr über, vor Fehmarn sogar mit ihren Jungtieren.
Für deinen Urlaub ändert das nichts. Schwimmen, Baden, Tauchen und Angeln vom Ufer mit der Handangel bleiben erlaubt; verboten sind Fischerei, Rohstoffabbau und Bauvorhaben, also alles, was den Grund aufreißt. Du musst hier nichts anders machen als vorher.
ostseeschutz.shAktionsplan Ostseeschutz des Landes Schleswig-Holstein
Auf dem Deich unterwegsSeeluft und Wellen
Vom Platz aus kannst du in beide Richtungen über den Deich laufen. Links das Wasser, rechts die Salzwiesen, und je nachdem, wann du losgehst, begegnet dir niemand. Richtung Bojendorf sind es ein paar Kilometer; dort liegt auch der Hundestrand. Der Wind kommt fast immer von vorn, in die eine Richtung jedenfalls. An der Westküste gehört er dazu.
Auf den Pfählen im Wasser stehen Kormorane mit ausgebreiteten Flügeln und trocknen ihr Gefieder. Möwen hängen über dem Wasser im Wind, ohne einen Flügelschlag. Über den Salzwiesen sind es im Sommer vor allem Austernfischer und Kiebitze, die man eher hört als sieht, bevor sie aufstehen.
Was hier auffällt, ist die Ruhe, und zwar die echte: keine Strandkörbe in Reihen, keine Musik, kein Verkehr. Abends bleibt das Wasser übrig und ab und zu ein Vogel. Wer aus der Stadt kommt, braucht dafür meistens ein, zwei Tage, bis es nicht mehr komisch ist.

Unterwegs mit den Tieren der Sunset-FarmAlpakas, Ponys, Pferde

- Alpakawanderung und Alpaka-Führerschein
- Alpakas lassen sich nicht ziehen. Wer es trotzdem versucht, steht nach zwei Metern allein da, während das Tier woanders hinschaut. Beim Alpaka-Führerschein lernst du deshalb zuerst das Naheliegende: Halfter anlegen, richtigen Abstand halten, erkennen, wann ein Alpaka gerade nicht möchte. Danach geht ihr zu zweit los, Richtung Strand, im Tempo des Tieres. Am Ende gibt es eine Urkunde. Die Alpakas stehen wie alle Tiere auf dem Hof ganzjährig draußen.
- Geführte Ausritte am Steinstrand
- Die geführten Ausritte gehen im Schritt die Küste entlang, gern am späten Nachmittag, damit du zum Sonnenuntergang im Sattel sitzt. Galoppiert wird nicht: Der Untergrund ist Kies, und die Pferde wissen das besser als jeder Reiter. Mitzubringen sind feste Schuhe und Handschuhe, denn auch im Juli weht es hier vorne kühl. Erfahrung brauchst du keine, die Pferde sind die Strecke gewohnt.
- Miniausritte für die ersten Male
- Für Kinder, die noch nie auf einem Pferd saßen, gibt es die Miniausritte: ein Pony, jemand vom Hof daneben, und im Schritt über das Gelände. Nach den ersten Minuten hören die meisten auf, sich festzuhalten, und fangen an zu erzählen. Termine macht die Farm selbst; spontan vorbeikommen geht nicht, weil die Tiere ihren eigenen Tagesablauf haben.
Was du hier erleben kannstHighlights

Die Sonne geht im Wasser unter
An der Westküste versinkt die Sonne im Meer und nicht hinter Häusern. Wie der Abend wird, entscheiden die Wolken: Bei ganz klarem Himmel ist es schnell vorbei, bei hoher Bewölkung brennt die halbe Fläche über dem Wasser. Es lohnt sich, das Abendessen danach zu legen.
Salzwiesen
Die Flächen stehen regelmäßig unter Salzwasser. Dort wächst nur, was das aushält. Queller, Strandaster, Strandflieder —, und im Spätsommer färbt sich das violett. Gemäht wird hier nichts, dafür grasen Pferde darauf.
Ruhe am Naturstrand
Kiesel und Steine statt Sand, und nach jedem Sturm liegt alles anders. Promenade gibt es keine, Buden auch nicht. Badeschuhe sind keine Empfehlung, sondern nötig: Wer barfuß losgeht, kommt nach hundert Metern zurück.
Wasservogelreservat Wallnau
Das NABU-Gelände nebenan mit Teichen, Schilf und Wiesen. Im Frühjahr und Herbst rasten hier Vögel auf dem Zug, den Rest des Jahres brüten sie. Uferschnepfe und Rohrdommel gehören dazu, Arten, die anderswo selten geworden sind.
Steine sammeln am Strand
Hühnergötter sind Steine, in die das Wasser ein Loch gebohrt hat. Bernstein wiegt kaum mehr als Wasser und liegt deshalb meist im angespülten Seegras, nicht im Kies. Nach einem Sturm ist der Strand am ergiebigsten.